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Symposium "Das kulturelle Gedächtnis im 21. Jahrhundert":
Die Referenten des Panels A:
Kulturelles Gedächtnis und Technik

Richard Douglas DeGroot ist PhD der Informatik und BSc der Mathematik. Er ist Direktor des "Strategic Business Creation Lab of the SOIL Strategic Entrepreneuring Program" und Professor für "Digital Life Technologies" an der Universität Leiden. Derzeit forscht er in zukunftsorientierten Bereichen wie z.B. SmartTV, Semantic Web und Intelligente Häuser. Im Zusammenhang mit dem Symposium ist aber besonders der Forschungsbereich Transhumanität hervorzuheben.

Hierbei handelt es sich um die Ermöglichung "digitaler Unsterblichkeit", die Programmierung bioinformatischer Software und die Erschaffung von Robotern mit Seele - dank DeGroot inzwischen alles andere als Science Fiction. Er wird im Anschluss an Jan Assman über die technische Umsetzung der "zwischenzeitlichen Kommunikation", also der Kommunikation zwischen den Generationen, mittels der von ihm erfundenen Avataren, referieren.

Prof. Thomas Fürstner, geboren 1964 in Bruck a.d. Mur in der Steiermark. Studium der Volkswirtschaft in Wien. Noch während des Studiums Spezialisierung auf Artificial Intelligence. Entwicklung mehrerer Expertensysteme für Banken rund um die Welt. Ab Mitte der 90er Jahre Entwicklung und Implementierung erster Anwendungen von interaktivem Fernsehen für Disney, Oracle und die BBC. Anschließend Aufbau eines Online-Dienstes für den ORF (Österreichischen Rundfunk) als technischer Direktor. Entwicklung zahlreicher Cross-Media Formate für den ORF. Ende der 90er Jahre Übersiedlung nach Karlsruhe und Übernahme der Funktion des Leiters des Institutes für Netzentwicklung am ZKM. Seit 2001 Professor für digitale Kunst an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Seit 2004 Visiting-Professor an der Donau-Universität Krems am Fachbereich Medienkunst.
Andreas Rathmanner, geboren 1964 in München, siedelte sofort nach Salzburg über. Nach diversen Studien (Soziologie & Publizistik, Grafik auf der Angewandten in Wien) arbeitete er einige Jahre als Bühnenbildassistent in Wien und wechselte dann in den Grafik-Bereich. 1991 gründete er die Agentur FOX mit den Schwerpunkten Umwelt, Soziales und Kultur. Heute haben sich die Schwerpunkte etwas verlagert. Zur traditionellen Werbegrafik gesellt sich Internet und Film Fakes.
Thomas Fürstner und Andreas Rathmanner berichten über das virtuelle Museum " Karlsruher Türkenbeute" und die zugrundeliegende Technik.

Prof. Dr. Joachim-Felix Leonhard war Direktor der Universitätsbibliothek in Tübingen und leitete die Stiftung Deutsches Rundfunkarchiv (DRA). Seit 2001 Generalsekretär des Goethe-Instituts Inter Nationes, bis er 2003 als Staatssekretär ins Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst wechselte. Auf dem Symposium spricht er in seiner Funktion als Vorsitzender des Nationalen Komitees für das Memory of the World-Programm der UNESCO, das sich für den Erhalt des dokumentarischen Erbes der Menschheit und für einen besseren Zugang zu kulturell bedeutsamen und historisch wichtigen Dokumenten einsetzt.

Prof. Dr. Dr. Elmar Mittler war Leitender Bibliotheksdirektor der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe und der Universitätsbibliothek Heidelberg. Seit 1990 ist er Direktor der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen und hat eine Professur für Buch- und Bibliothekswissenschaften an der Universität Göttingen, sowie eine Honorarprofessur an der Universität Mainz inne. Im Februar 2005 wurde ihm das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. "Mit seinem wissenschaftlichen und persönlichen Engagement hat Prof. Mittler das Bibliothekswesen in Deutschland und Europa wesentlich geprägt," sagte Lutz Stratmann, niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur, in seiner Laudatio. Elmar Mittler leitet das Projekt KOPAL ( KOoPerativer Aufbau eines Langzeitarchivs Digitaler Informationen), dessen Kern die langfristige Sicherung der Zugänglichkeit und Verfügbarkeit von digitalen Ressourcen als wesentlicher Bestandteil der kulturellen Überlieferung ist. Die Dringlichkeit von langfristigen Lösungen wird angesichts der Zunahme von elektronischem Publizieren in allen Bereichen der Kommunikation, insbesondere in Wissenschaft und Forschung, immer offensichtlicher. Elmar Mittler berichtet über die aktuellen Erkenntnisse aus KOPAL und über das Kompetenznetzwerk für Langzeitarchivierung NESTOR.

Dr. Seamus Ross ist Direktor für geisteswissenschaftliches EDV- und Informationsmanagement an der University of Glasgow. Er leitet das Institut für fortgeschrittene geisteswissenschaftliche Technologien und Informationen (HATII) , das u.a. Forschungen zur Anwendung fortgeschrittener Technologien in den Bereichen Kunst, Geisteswissenschaften und kulturelles Erbe betreibt. Das Institut führte kürzlich einen postgradualen Studiengang "digitale Konservierung" für Archivare, Registraturverwalter und digitale Bibliothekare ein. Seamus Ross ist Principal Director von ERPANET, einem Projekt der EU- Kommission. ERPANET entwickelt in Zusammenarbeit mit dem öffentlichen Sektor ( Museen, Bibliotheken, Archiven, Regierungsorganisationen) und dem kommerziellen Sektor (z.B. Software- und Unterhaltungsindustrie) Möglichkeiten, kulturelles Erbe und wissenschaftliche Objekte in digitaler Form zu bewahren.

Dr. Gabriele Beger ist Direktorin des Hauses Berliner Stadtbibliothek in der Stiftung Zentral- und Landesbibliothek Berlin und zugleich Stellvertreterin des Vorstandes und Leiterin der Abteilung Medienzentrum der Zentral- und Landesbibliothek Berlin. Außerdem ist sie Lehrbeauftragte an der Humboldt- Universität Berlin und an der Fachhochschule Potsdam. Neben ihrem Engagement als Vorsitzende der Rechtskommission des Deutschen Bibliotheksverbands (DBV) und als Mitglied der Steuerungsgruppe Bibliothek 2007, hat sie sich vor allem als Expertin in Fragen des Urheberrechts einen Namen gemacht. Das Urheberrecht hat einen enormen Einfluss auf die Möglichkeiten von Langzeitarchivierung und die Zugänglichmachung von Wissen.

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